Die Hitze des vergangenen Wochenendes blieb in gewissen Streckenabschnitten der Aller für den Fischbestand nicht ohne Folgen. Besonders schwer traf es die Fische im Allerabschnitt auf Höhe des Wolfsburger Badelandes. Hier verendeten hunderte Fische aufgrund von Sauerstoffmangel. Größtelteils handelte es sich hierbei um kleine Weißfische, einige Großbrassen und Hechte.

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Nach der Messung des Sauerstoffgehalts in dem Streckenabgschnitt, durchgeführt von den Gewässerwarten des SFV-Wolfsburg, wurden weniger als 4mg gelöster Sauerstoff pro Liter Wasser nachgewiesen.
Unterhalb 4mg/l gelösten Sauerstoffs kommt es zu einer absoluten Unterversorgung der Fische --> Fischsterben setzt ein.
Optimal für Fische ist eine mindestens doppelt so hohe Menge gelösten Sauerstoffs im Wasser.

Im Bereich des Badelandes kamen mehrere Faktoren zusammen.
In dem Bereich ist die Aller extrem breit, flach und verschlammt. Durch die extreme Breite kommt die Strömung der Aller quasi zum Stillstand. Hierdurch erwärmt sich das flache Wasser über dem verschlammten Untergrund sehr schnell -->Die Sauerstofflösichkeit des Wassers nimmt rapide ab.

Durch die wesentlich schmalere Struktur der Aller auf der Strecke des AGV ist ein kontinuierliches Strömen gewährleistet gewesen, wodurch es auf unserer Strecke zu keinem Fischsterben kam.
Leider sind aber in der Wipperaller, einem Bach der unterhalb der Sohlgleite in Vorsfelde in die Aller mündet, einige Fische verendet. Grund ist aus unserer Sicht auch hier, dass überhaupt keine Strömung mehr vorlag.
Wir können nur hoffen, dass sich die Situation durch die sinkenden Temperaturen und die neuen Regenfälle nun wieder stabilsiert. Derzeit werden keine neuen Sterbefälle gemeldet/beobachtet!

Die Vereine bringen Junglachse in ihre Projektgewässer aus

Insgesamt 10400 Junglachse, so genannte angefütterte Brut, vom Skjernau-Stamm wurden in in die Projektgewässer der AOLG ausgesetzt. An der Schunter bei Beienrode haben die Dienstagsradlerinnen Uhry/Beienrode spontan an der Besatzaktion teilgenommen, um 1000 Lachse in die Schunter zu bringen.

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Foto : Dienstagsradlerinnen setzen Junglachse in Beienrode aus

Weitere Fische wurden in die Schunter bei Ochsendorf und Glentorf und in der Örtze ausgesetzt. Koordiniert wurde der gesamte AOLG-Besatz , wie auch in den Vorjahren vom Angel-und Gewässerschutzverein Wolfsburg/Vorsfelde auf dessen Gewässerstrecke der Schunterbesatz stattgefunden hat.

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 Ein der freundlichen Helferinnen an der Schunter fragte nach, wann es denn einmal wieder einen öffentlichen Besatz geben würde.
Gewässerwart Stefan Ludwig sagte: „Sobald die großen Wasserkraftanlagen, die den Junglachsen auf ihrer Wanderung ins Meer im Wege stehen, kein Hindernis mehr darstellen wäre das ein Grund den man gebürend feiern könnte“.

Dies ist auch der Grund warum der grösste Teil der Lachse in der Örtze ausgesetzt wird, weil es von dort einfach weniger Wanderhindernisse gibt.

Ein Bild des Schreckens bot sich in der vergangenen Woche in der Heidteichsriede. Die Heiteichsriede in Königslutter ist als Zufluss der Schunter eine wenig beachtete Perle, deren Patenschaft der AGV vor vielen Jahren übernommen hat (siehe HP -> Gewässerschutz). Nur hatte sie in der Vergangenheit schon häufiger Probleme mit Fischsterben in diesem Bereich des Baches.

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Kurz hinter der Unglücksstelle war nur 3,1 mg Sauerstoff im Wasser bei 13,2 Grad Temperatur. Darüber waren 7,1 mg Sauerstoff im Wasser ! Da das Unglück schon am Freitag (05.06.) passiert ist muss man befürchten, dass dort noch wesentlich weniger Sauerstoff im Wasser gelöst war. Kurz oberhalb der Einleitstelle sind nach dem Unglück viele fidele Forelle beobachtet worden; die ersten 250m flussab konnten keine lebenden Fische entdeckt werden. Somit lässt sich der Tatort eindeutig eingrenzen. Es wurde weiterhin eine weiße Substanz am Ort des Geschehens im Wasser entdeckt, die sich in der Analyse befindet...

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Der Ort der Einleitung ist auf dem verlinktem Kartenausschnitt markiert. Besonders ärgerlich;es gibt offenbar jede Menge Mühlkoppen (FFH-Art !) in allen Grössenklassen (natürliche Reproduktion), die leider auch verendet sind.

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Die traurige Bilanz: Insgesamt wurden 151 größere Forellen und 49 Mühlkoppen tot geborgen. Hinzu kommt noch eine Vielzahl sehr kleiner Forellen. Da viele Fische von der Strömung abgetrieben wurden lässt sich vermuten, dass die Anzahl verendeter Fische auf über 250 Stück zu beziffern ist!
Wir hoffen durch die Analyse der Substanz Näheres über den möglichen Täter zu erfahren, damit sich ein solcher Vorfall in Zukunft nicht wiederholt!

So lautete eine Überschrift vor einigen Wochen in der WAZ.
Hierhinter verbirgt sich ein Pilotprojekt des Landessportfischerverbandes zur Bekämpfung der Wasserpest (einer invasiven Wasserpflanze), an dem sich der AGV beteiligt. Durch Ausbringung von Jutematten auf dem Velpker Kiessee soll die Ausbreitung eingedämmt und die Wiederansiedlung heimischer Pflanzenarten ermöglicht werden. Mehr zu dieser Aktion ist der hier dem Online- Artikel der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung zu entnehmen.